Alternative zum Ostseeküstenradweg zwischen Dahme und Sierksdorf

27. Juli 2012 at 13:55

Eine Fahrradreise über den Ostseeküstenradweg ist eine tolle Sache. Aber wie so oft gibt es auch hier interessante Alternativen abseits der offiziellen Route. Ein Beispiel soll hier für den Weg zwischen Dahme und Sierksdorf beschrieben werden. Dazu gibt es einen GPX-Track zum kostenlosen Download etwas weiter unten auf der Seite.

Machbar ist diese Radtour auch als 80 km Rundkurs von Grube nach Grube. Speziell als Unterkunft für Radreisende gibt es hier die vermutlich nördlichste Berghütte Deutschlands. Mit einer Übernachtung im Schlafsack unter freiem Himmel am Strand neben dem Hansapark (N 54.08106995928666 / O 10.795934200286865) geht es auch in zwei Tagen zu je 40km mit Kindern. Und Schlafen im Strand ist bei schönem Sternenhimmel der Hammer!

Motto dieses alternativen Ostseeküstenradwegs könnte sein: Güter und Herrenhäuser in Ostholstein. Von Norden kommend haben Sie auf dem Ostseeküstenradweg südlich von Fehmarn schon mindestens das Gut Löhrstorf und Gut Siggen passiert. Wenn Sie hinter Süssau geradeaus weiterfahren (N 54.26591333339951 / O 11.05001449584961) kommen Sie noch über das Gut Rosenhof und können dann in Grube direkt in den Track einsteigen. Hier lohnt auch ein Abstecher nach Siggeneben (54.256776638433486 / 11.05025053024292), einer der schönsten Siedlungen des Landes. Bitte respektieren Sie hier die übliche Privatsphäre. Hier wie auch auf den Gütern entlang der Route wohnen Menschen, die sich verständlicher weise nicht unbedingt gerne „besichtigen lassen“.

Elevation Profile
GPX-Track Alternative Strecke Ostseeküsten-Radweg

Der eigentliche Track beginnt auf dem Mühlenhof in Grube. Hier sind Sie als Radreisende immer herzlich willkommen auch wenn Sie nicht übernachten möchten. Fahren Sie einfach auf den Hof. Wenn jemand von uns zu Hause ist, nehmen wir uns gerne Zeit für ein Gespräch unter Radwanderern.

Kurz nach dem Mühlenhof kommen Sie an einer Fischräucherei vorbei. Hier wird donnerstags Fisch aus der Umgebung geräuchtert. Am empfehlenswerten griechischen Restaurant biegen Sie rechts in Richtung Kirche ab. Links sehen Sie das Gruber Storchennest. Die über 700 Jahre alte Backsteinkirche deutet auf eine bedeutungsvolle Vergangenheit des jetzigen Dorfes mit knapp 1000 Einwohnern hin. Hinter der Kirche fahren Sie in den Gruber See. Nach der Eiszeit war hier ein Fjord, danach ein See, Sumpf und seit gut 80 Jahren dank aufwändiger Entwässerung über den Oldenburger Graben Acker- und Weideland.

Im weiteren Verlauf der Route passieren Sie Riepsdorf / Quals fahren durch einen großen Windpark. In Lensahn gibt es Gelegenheit Wasser und Lebensmittel zu tanken. Ein Abstecher lohnt auch in den Aromagarten (54.21980814399963 / 10.888566970825195), einem Händler für Nüsse und Trockenfrüchte. Der Track führt Sie auch an FahrradExtra vorbei, falls Sie Ersatzteile oder Service am Rad benötigen.

Zwischen den Gütern Lensahnerhof und Güldenstein fahren Sie über einen Feldweg durch eine wunderschöne Allee. Am Ende dieser Allee biegen Sie links ab. Wenn Sie einen vorsichtigen Blick auf das von der Familie Oldenburg privat bewohnte Herrenhaus Güldenstein (Privatsphäre bitte respektieren) werfen möchten, bietet sich dazu nach etwa 200 m Gelegenheit.

Sie folgen nur der Teerstraße. Am Ende der Straße biegen Sie rechts ab und müssen leider ein kleines Stück (ca. 400m) an der Hauptstraße entlang. Sie biegen dann links ab und folgen der Route durch Wahrendorf und der Beschilderung nach Vogelsang. Hier bietet sich auf der linken Seite der etwas versteckt liegende aber ausgeschilderte Islandpferdehof Hochfeldhufe als kleiner Abstecher an.

Weiter Richtung der Ortschaft Hobstin und weiter Stolpe fühlt es etwas mehr nach den Ausläufern der Holsteinischen Schweiz an. Die Straße geht verträglich aber für Flachländer spürbar hoch und runter. Sie kreuzen die Landstraße und fahren über Stolpe in Richtung Gut Sierhagen. Hier lädt das Palmenhauscafé zu Kaffee und Kuchen und die Gutsgärtnerei in den schönen Schaugarten ein. Außerdem ist auf Sierhagen eine große Ausstellung landwirtschaftlicher Modelle zu finden (Öffnungszeiten beachten!). Das klassizistische Gutshaus selbst ist als Wohnhaus im Privatbesitz der Familie von Plessen.

Weiter geht es es über Berg und Tal der Holsteinischen Schweiz „immer der Nase nach“ Richtung Roge, dem gefühlt höchsten Punkt der Route. Von Roge genießen Sie einen schönen Blick über die Ostsee. Wer es noch höher mag und etwas Zeit hat, kann noch einen Abstecher zum Gömnitzer Berg (54.110833 / 10.743056) machen.

Von Roge geht es den Schulweg runter Richtung Sierksdorf vom Gut Övelgönne über einen Feldweg zum Gut Wintershagen direkt weiter zum Strand. Wer mag kann die Reise um einen Tag für einen Abstecher in den Hansapark verlängern. Hier gibt es Achterbahnen auf Weltniveau und glücklicherweise einen Entwicklung weg von der Phantasiewelt à la Disney hin in Richtung regionaler Geschichte. Beispielsweise entsteht gerade eine informative Themenwelt rund um die Hanse.

Die weitere Route ist der Rückweg entlang des Osteeeküstenradwegs, möglicherweise an einigen Stellen mit sinnvollen Interpretationen des Autoren. Nicht verpassen sollten Sie gegen Ende des Tracks den Strand Klosterseeschleuse und den Hof Klostersee. Hier gibt es täglich außer sonntags neben einem schönen Hofladen mit eigenen und Handelsprodukten auch leckeren Kaffee und Kuchen.