Piraten sind böse … aber

24. September 2009 at 09:41

Piraten sind böse, weil sie gegen geltende Rechte verstossen. Philosophisch betrachtet, kann das auch ein Widerspruch sein. Denn auch Robin Hood ist ein Pirat gewesen. Auch den Wikingern wird eine böse Ader nachgesagt. Vielleicht sind die Bösen die, die die Welt unter sich aufteilen und umso mehr so tun müssen als wären sie die Guten.


Wähle Piraten!

Piraten umgibt trotz oder gerade wegen des „Fischens im Trüben“ eine Aura von Abenteuer. Irgendwie scheint es erstrebenswert ein Pirat zu sein. An der Ostsee sind regelmäßig Piratenfeste, es gibt auf Fehmarn einen Piratenhof, die Piratenwoche mit Fahrten auf einem Piratenschiff war wieder ein Erfolg und seit einigen Jahren finden in Grevesmühlen die Piraten-Festspiele statt. Die vielen Geschichten um den Piraten Klaus Störtebecker und die Tatsache, dass auch der Vater von Pipi Langstrumpf mit der Pirateterie sein Geld verdiente, runden den Mythos ab.

Die Piratenpartei passt da irgendwie nicht rein. Denn wir sind die Guten. Das Internet ist außerhalb der etablierten Strukturen entstanden. Diese „etablierten Strukturen“, man könnte sie auch Filzkugeln nennen, sind häufig überfordert mit der Dynamik dieser „neuen Welt“. Das haben sie in den letzten Jahren häufig genug bewiesen. Deshalb sollten sie eigentlich dankbar sein für den Sachverstand, der jetzt in vielen Bereichen durch Vertreter der Piratenpartei auf den Markt gekommen ist. Dankbar wären sie, wenn sie die guten wären. Wer böse ist, sieht sich bedroht und muss seine Macht mit allen Mitteln verteidigen.

Der Name Piratenpartei ist als satirische Antwort auf Vorwürfe aus den etablierten Strukturen zu sehen. Sorgen wir dafür, dass die deutsche Politik erstmals nach den Grünen wieder eine ernstzunehmende und sinnvolle Alternative bietet. Die Piratenpartei bedient eine Nische. Nischenanbieter haben häufig überdimensionalen Sachverstand. Endlich mal wieder mit gutem Gewissen wählen. 🙂